Nette Töne aus der Presse:
Doppelaufführung Deutsche Messe von Franz Schubert

RANSTADT / ILBENSTADT (mü). Mit stehendem Beifall hat das Publikum sowohl in der Ranstädter St.-Anna-Kirche (siehe Bild) als auch in der Ilbenstädter Basilika die Aufführungen der „Deutschen Messe“ durch den Projektchor und das Projektorchester des Gesangvereins Eichenkranz Dauernheim honoriert. Das zweimalige Konzertereignis stand unter der Leitung von Thomas Kiersch, der fünf Chören der Region vorsteht sowie als Bundeschorleiter des Niddatal-Sängerbundes tätig ist. Kiersch hat den Gesangverein Eichenkranz im vergangenen Jahr in der Nachfolge von Klaus Brandt übernommen. Nach seiner erfolgreichen Aufführung der „Missa Katharina“ von Jacob de Haan regte er im Eichenkranz-Vorstand an, als Gesamtchor zu einem Projekt rund um die überaus beliebte „Deutsche Messe“ einzuladen. Am Zusammenkommen des 70-stimmigen Projektchores sowie des Orchesters in der von Schubert vorgesehenen Originalbesetzung hatte Kiersch selbst durch seine weitreichenden Verbindungen großen Anteil: Seine Sängerinnen und Sänger aus Windecken, Ober-Mockstadt und Langsdorf stellten, neben erfahrenen Kräften aus Ober-Schmitten und Borsdorf, den „harten Kern“. Doch auch den Eichenkranz-Aktiven gelang es, zahlreiche Anfänger und Wiedereinsteiger zu motivieren – nicht zuletzt in der Hoffnung, die eigene Stammmannschaft durch ein so reizvolles Projekt aufzustocken.
Für einige Sängerinnen und Sänger waren die beiden Aufführungen daher eine Premiere – zumal mit Orchester und im prächtigen Ambiente der bis auf den letzten Platz gefüllten Basilika Maria, St. Peter und Paul. Diese innere Bewegung teilte sich mit und sprang von Beginn beider Konzerte an auf das Publikum über. Zur Eröffnung stimmten die „Monday Singers“ des Gesangvereins Eichenkranz unter Gerd Harth den Tiroler Andachtsjodler an. Das fünfköpfige Männerensemble vervollständigte seinen Vortrag später durch den klassischen Kanon „Dona nobis pacem – Gib uns Frieden“, das volkstümliche Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ (Text: Matthias Claudius, Satz: Paul Zoll) sowie das sensibel intonierte „Sancta Maria“ von Johannes Schweitzer. Der Gesangverein Eichenkranz gab mit sechs Sätzen einen eindrucksvollen Überblick über sein weit gefasstes Repertoire: Das polyphone „Cantate Domino“ von Hans Leo Hassler wurde gefolgt von der Eventide „Bleib bei mir Herr“, einem Abendhymnus aus der anglikanischen Kirche. Das anspruchsvolle und zugleich berührende Lied „Signore delle cime – Herr der Zinnen“, eine Komposition des Südtiroler Komponisten Giuseppe de Marzi, beschreibt den Heimgang eines Verstorbenen über die schneebedeckten Berge hinweg ins himmlische Paradies. Mit „Good News in The Kingdom“ und dem Zulu-Song „Uyingcwele Baba“ begab man sich in die Sphäre der Gospels und Spirituals und schloss diesen bereits mit Begeisterung aufgenommenen Konzertabschnitt mit dem Segen des Aaron in englischer Fassung: „The Lord Bless You“.
Während diese sechs Sätze a capella vorgetragen wurden, nahm nun das fast durchweg sehr jung besetzte Orchester mit Oboe, Klarinette, Fagott, Horn sowie Kesselpauke und Orgel/Piano im Alterraum Platz. Die folgenden acht Sätze der 1826 uraufgeführten Deutschen Messe sowie der Anhang wurden, dem Ablauf eines Gottesdienstes entsprechend, im Ganzen und ohne Unterbrechung vorgetragen, wobei Dirigent, Chor und Orchester sich erkennbar gegenseitig beflügelten, während im Kirchenschiff sowohl in Ranstadt als auch in Ilbenstadt atemlose, konzentrierte Stille herrschte. Deutlich wurde spürbar, dass der Textdichter der „Deutschen Messe“, Johann Philipp Neumann, ebenso wie der Komponist Franz Schubert, auch über zweihundert Jahre hinweg in ihrem Anliegen verstanden wurden, den Menschen als Kind Gottes zu schildern, das, eingebettet in Schöpfung und Heilsgeschichte, sich jederzeit an seinen Vater wenden kann. Vom Eingangslied „Wohin soll ich mich wenden“ über das glanzvolle Gloria und die in „Zum Evangelium“ beschriebene Schöpfungsgeschichte bis „Zum Offertorium“ spannte sich ein erster Bogen. Das bekannte „Heilig, heilig, heilig“ schuf fühlbare emotionale Bewegung unter den Zuhörern und musste zum Abschluss des als Zugabe wiederholt werden. Die Sätze „Nach der Wandlung“, „Zum Agnus Dei“ und der Schlussgesang „Herr, Du hast mein Fleh’n vernommen“ unterstrichen ebenso wie das Vater unser („Das Gebet des Herrn“) den Ansatz des Werkes, die Grenzen zwischen Schöpfer und Geschöpf, Allmacht und Ohnmacht durch die Liebe zu überwinden. Die Standing Ovations waren ein verdienter Lohn für das Gesamtensemble, das sich Schuberts Werk in einer halbjährigen Probenzeit erarbeitet hatte.

Zahlreiche Honoratioren der jeweiligen Gemeinden hatten sich eingefunden – so in Ranstadt Bürgermeisterin Cäcila Reichert-Dietzel und Dauernheims Ortsvorsteherin Roswitha Petzold. Hier sprachen neben dem Eichenkranz-Vorsitzenden Ralf Schneider Pfarrer Hippolyte Mantuba (siehe Bild) sowie Pfarrgemeinderatsvorsitzende Caroline Scharpf Gruß- und Dankesworte, in Ilbenstadt gab Pfarrer Vinko Kraljic eine kurze Einführung in Bau und Geschichte der Basilika. Zu den Sponsoren beider Aufführungen zählten neben der Gemeinde Ranstadt auch die OVAG Friedberg, die VR Bank Main-Kinzig Büdingen, die Sparkasse Oberhessen, Rosch-Delta Dauernheim und Creative Print Design Christian Reichel in Eichelsdorf. Ihnen allen dankte der Vorsitzende Ralf Schneider, ebenso wie den jeweiligen Gastgebern und Zuhörern.